Maturaarbeitspreis

Der Maturaarbeitspreis 2010 der Ehemaligen ging an Vithyaah Subramaniam für ihre herausragende Arbeit "Integration tamilischer Secondos in der Gemeinde Sumiswald".

„Leben in zwei Welten“ – so lässt sich Alltag tamilischer Secondos und vor allem Secondas (wie Vithyaah selber eine ist) beschreiben; ein Leben im Spannungsfeld der Traditionen der Herkunft der Eltern und den Herausforderungen der westlichen Welt hier - ein Spannungsfeld, das bereichernd sein kann, aber auch vielfältige Schwierigkeiten hervorrufen kann.

Die Autorin nahm diese Situation gekonnt auf und erläuterte detailliert Möglichkeiten, Unmöglichkeiten, beziehungsweise Probleme der Integration der Secondas in unserem Kontext.

Die Arbeit bestach durch ihre methodische Klarheit und Wissenschaftlichkeit. Trotz Selbstbetroffenheit gelang der Autorin eine präzise und objektive Darstellung der Thematik.

 



Der 2. Maturaarbeitspreis der Ehemaligen geht an Kathrin Rychener für ihre Arbeit "Vom Baum als Symbol im Christentum und in der germanischen Religion" (Betreuende Lehrkraft: Fabian Piller).

Katrin Rychener hat in ihrer Arbeit die Religion des Christentums sowie der Germanen auf die darin vorkommende Baum-Symbolik untersucht. Dabei hat sie mit grossem Engagement eine eindrückliche Materialfülle zu einer sauberen wissenschaftlichen Arbeit zusammengefasst.

Die christlichen Phänomene – wie z.B. der Weihnachtsbaum, der biblisch bekannte Baum des Lebens oder der Palm-Sonntag – hat sie den Phänomenen der germanischen Religion gegenübergestellt und dabei Gemeinsamkeiten und Differenzen herausgearbeitet - ein gelungener religionswissenschaftlicher Vergleich.

Katrin hat sich jedoch mit diesen Vergleichsresultaten noch nicht zufrieden gegeben und hat nachgefragt, weshalb nach der Christianisierung der Germanen gewisse Überschneidungen zustande kamen bzw. Differenzen bestehen blieben.

Die Autorin legt eine sehr eigenständig gewählte Fragestellung vor, bearbeitet diese sowohl religionswissenschaftlich als auch historisch und legt schliesslich eine beachtliche Arbeit vor, die auch formal und sprachlich hervorragend ist.




Der 1. Maturaarbeitspreis der Ehemaligen geht an Severin Klingler für seine Arbeit "Der Computer als Komponist" (Betreuende Lehrkräfte: Marc Flück und Martin Zeller).

Severin Klingler ist es gelungen, in der Programmiersprache C++ ein Programm zu schreiben, das selbständig vierstimmige Melodien komponieren kann.

Er hat dabei die allgemeine Musik- und Harmonielehre in ein umfangreiches Regelwerk (betreffend Harmonien/Dysharmonien, Tonfolgen, Stimmüberkreuzungen, Rhythmen, uvm.) zusammengefasst und dieses derart in das Programm implementiert, dass es für unsere Ohren wohlklingende Kompositionen produzieren kann.

Die Fragestellung ist von hoher Originalität, die Durchführung erfolgte eigenständig und das Resultat zeugt von fundierten musiktheoretischen und programmiertechnischen Kenntnissen - eine insgesamt sehr überzeugende Maturaarbeit, die den 1. Maturaarbeitspreis verdient.

Zwei Hörbeispiele (in Dur und Moll) zur ausgezeichneten Arbeit finden sich hier:



Allgemeine Informationen

Die Maturaarbeit behandelt ein frei wählbares Thema und soll auf Mittelschulebene einen Einstieg in eine sorgfältige wissenschaftliche Arbeitstechnik vermitteln. Es lassen sich nicht-fächerspezifische Fähigkeiten erlernen, die im Berufsleben gerade so wichtig sind wie fachliche Kompetenz.

Den Ehemaligen ist es ein Anliegen, die Maturaarbeit, in die viele Schüler ihr Herzblut stecken, aufzuwerten. Anlässlich der Maturfeier werden wir daher die herausragendste Arbeit auszeichnen.


Informationen zum Ablauf

Nach der Einreichung und Präsentation wird die Maturaarbeit von den betreuenden Lehrpersonen bewertet. Sie können eine sehr gute Maturaarbeit für den Preis vorschlagen, indem sie die Arbeit und die schriftliche Bewertung den Ehemaligen zukommen lassen. Die Lehrkräfte werden im Winter nochmals auf die Preisausschreibung aufmerksam gemacht.

Die Arbeiten werden in einer ersten Phasee vom jeweils fachkompetentesten Jurymitglied gründlich studiert und dann in einer zweiten Phase der Gesamtjury vorgestellt, welche die Arbeiten anschliessend begutachtet. Dabei werden die vorgeschlagenen Arbeiten kritisch diskutiert. Auch gestalterische und formale Gesichtspunkte werden beachtet. Zusammen mit den Angaben der betreuenden Lehrkräfte ergibt sich ein abgerundetes Bild, das eine Entscheidung zulässt.